Wer hat letztendlich das Sagen in dieser Schwangerschaft? PDF Print E-mail

Wer hat letztendlich das Sagen in dieser Schwangerschaft?
 


Von
Steven H. Snyder, Esq.

Eine werdende Mutter möchte normalerweise sehr begierig jedes bedeutende Wissen und Beratung annehmen, um ihre Schwangerschaft zwecks Wohlfühlen von Mutter und Kind am besten zu behandeln. Typische Quellen dieser Informationen sind der Frauenarzt der Mutter, Bücher zu diesem Thema, Zeitungsartikel, Sendungen und Ratschläge von Freunden und Familie. Aus diesem Informationssystem baut die werdende Mutter ihre narrensichere Strategie um das gesündeste, schönste Baby auszutragen und zu liefern. Sie wird Alkohol, Zigaretten, schädliche Drogen, strenge körperliche Tätigkeiten gegen Ende der Schwangerschaft, Quecksilbergeladene Fische, Katzenstreu und anderes meiden. Sie passt auf sich auf und das ist alles notwendig, weil sie, natürlich, das größte Interesse an ihren Erfolgen und an der Gesundheit ihres Kindes hat. Wenn die Geburt nähert ist die werdende Mutter ruhig, weil sie keine Zweifel hat, dass sie alles Mögliche getan hat, um das Wohlbefinden ihres Kindes zu sichern.

Und jetzt die Situation mit der Reproduktion mit Hilfe einer Leihmutter. Die erwartende künftige Mutter hat das stärkste Interesse am endgültigen Resultat der Schwangerschaft und der Gesundheit des Kindes (auf das sie jahrelang gewartet hat), aber die Leihmutter hat die einzige direkte Kontrolle über welche äußerlichen Faktoren und Substanzen wirklich die Schwangerschaft und das Kind beeinflussen. Die Leihmutter hat auch die alleinige Kontrolle über ob und unter welchen Umständen die Schwangerschaft zu Ende ausgetragen wird, wie und wo das Baby geboren wird, und wer Zugang zum Entbindungszimmer und zum Baby im Krankenhaus hat. Die Frust der künftigen Mutter darüber, dass sie das Verhalten der Leihmutter nicht kontrollieren kann, wenn sie glaubt, dass es dem Kind schaden könnte, ist die wahrscheinlichste potentielle Konfliktquelle zwischen den Parteien eines Leihmutterschaftsvertrages während der Schwangerschaft. Die Verhandlung und Durchsetzung der Abmachungen über diese sensible und wichtige Themen zwischen den künftigen Eltern und der Leihmutter ist wichtig für jede Leihmutterschaftsabmachungen. Besprechen wir die häufigsten Probleme eins nach dem anderen.

Zuerst sollen die Parteien absprechen, wer den Frauenarzt der Leihmutter wählt. Der Arzt wird wahrscheinlich als "behandelnder Arzt" im Vertrag stehen. Er wird als Arzt viele Fragen und deren Resultate behandeln, die direkt oder indirekt die Schwangerschaft beeinflussen. Zum Beispiel wird der behandelnde Arzt typischerweise bestimmen, ob bestimmte pränatale Teste notwendig sind (z.B.-Amniozentese), ob Fötus oder Mutter gefährdet sind, um die Schwangerschaft früh zu beenden (was die Leihmutter berechtigen kann, aufgeteilte Teilvergütung zu bekommen), und ob Bettruhe zwecks Schwangerschaftsschutz erforderlich ist (wahrscheinlich Zahlungen für entgangenen Lohn verursachend). Wenn die künftigen Eltern einen Arzt aussuchen, zu dem sie eine Beziehung haben, könnten diese Fragen zu Gunsten von ihnen beschlossen werden, und sie könnten mehr Kontrolle über die Schwangerschaft bekommen; wenn die Leihmutter ihren Arzt benutzt, zu dem sie eine existierende Beziehung hat, können diese Fragen zu ihren Gunsten beantwortet werden, und sie wird größere Kontrolle haben. In jedem Fall soll ein sachkundiger Arzt ausgesucht werden, und beide Parteien sollen interessiert sein, wer das sein wird.

Zweitens sollen die Parteien besprechen, welche Benehmensbeschränkungen die Leihmutter akzeptieren möchte und kann, um die Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes zu schützen. Raucht sie normalerweise, und wird sie physisch fähig sein während der Schwangerschaft aufzuhören, selbst wenn sie es behauptet? Wenn sie drogensüchtig ist, hat sie dies ehrlich zugegeben, und wird sie, oder kann sie während der Schwangerschaft aufhören? Ist sie mäßige Trinkerin, wird sie einverstanden sein, kein Alkohol in keiner Situation zu trinken, selbst wenn das getragene Kind nicht ihr gehören wird? Wenn die Leihmutter jeden Tag mit sechs Tassen starken Kaffee anfängt, wird sie einverstanden sein, Koffein zu meiden? Wenn die Leihmutter Lacrosse-Trainerin ist und gewöhnlich auf dem Feld spielend mit ihren Sportlern Zeit verbringt, selbst während des dritten Trimesters ihrer vorherigen erfolgreichen Schwangerschaften, wird sie einverstanden sein, dies zu begrenzen, nur weil es Ihr Kind ist und Sie dagegen sind? Jede dieser Fragen ist in wirklichen Situation besprochen worden, und alle möglichen Beschränkungen, die die künftigen Eltern wichtig für die Entwicklung ihres Kindes halten sollen klar diskutiert werden, verhandelt und vor der Schwangerschaft gelöst.

Letztendlich sollen die Parteien offen und ehrlich ihre Erwartungen über die Behandlung der Schwangerschaft absprechen im Bezug auf die Gesundheit (oder Mängel deren) des Fötus, die Anzahl deren in der Gebärmutter und der wichtigen Werte der Eltern und der Leihmutter. Wenn eine über vierzigjährige Frau ihre eigene Eizelle benutzt, um in die Leihmutter zu implantierten Embryen zu schaffen, ist die Wahrscheinlichkeit des Down Syndroms oder anderer ernsthafterer Krankheiten höher. Manche künftige Eltern möchten die Schwangerschaft zu Ende führen und das Kind ohne Rücksicht auf alles bekommen, aber manche möchten die Schwangerschaft unter bestimmten Umständen beenden, abhängig von der Qualität des Lebens, die sie (und der behandelnde Arzt) glauben, dass das Kind haben wird. Wenn IVF Prozeduren angewendet werden und multiple Embryen eingepflanzt werden, ist die Wahrscheinlichkeit einer multiplen Schwangerschaft höher, und Fragen einer selektiven Reduktion können relevant werden. Wenn eine kleine, zierliche Leihmutter mit Drillingen schwanger wird und es ist unwahrscheinlich, dass sie jedes der Babys lange genug austragen wird, dass sie eine sinnvolle Überlebenschance nach der Geburt haben, wird sie oder die künftigen Eltern selektiv die Anzahl der Fötusse reduzieren, um die Geburt von mindestens einem oder zwei gesunden Kindern zu sichern? Wenn die Leihmutter einfach ihre Meinung über die Vollendung der Schwangerschaft ändert, darf sie sie einseitig beenden? Um schmerzhafte Streitigkeiten über diese Fragen während der Schwangerschaft zu vermeiden, müssen alle diese Fragen im voraus abgesprochen und gelöst sein, und es ist sehr wichtig, dass die künftigen Eltern eine Leihmutter aussuchen und mit einer zusammenarbeiten, die dieselben Ansichten über diese Probleme teilt.

Selbst wenn alle oben genannten Fragen diskutiert wurden und es wurde volle Einigung der Parteien erreicht, wie können die künftigen Eltern sicher sein, dass die Leihmutter ihre Versprechen hält? Was geschieht, wenn nicht?

Im Bezug auf ärztliche Untersuchungen und Behandlung der Schwangerschaft können die künftigen Eltern das Recht vorbehalten, den behandelnden Arzt der Leihmutter zu wählen, was ihnen mehr Kontrolle über diese Fragen geben könnte. Die künftigen Eltern werden sicherlich möchten, dass die Leihmutter ein Einverständnis unterzeichnet, das ihnen Zugang zu allen ihren ärztlichen Daten und Testergebnissen während der Schwangerschaft gibt, und das Recht, mit ihrem Frauenarzt zu sprechen, wer auch immer ihn/sie ausgewählt hat. Auf diese Weise können künftige Eltern sofort wissen, ob jegliche oder alle der abgestimmten Prozeduren eingehalten worden sind. Wenn die Leihmutter die Absprache nicht einhält, können die künftigen Eltern eine Klage im Gericht einreichen, um dies zu erzwingen und die Leihmutter zur Zusammenarbeit zu zwingen (z.B.-Gerichtsverhandlung für Vollstreckung), oder sie können dies als Vertragsbruch sehen und im Vertrag für diesen Fall vorgesehene Mittel benutzen (z.B.-Annullierung, Vorenthaltung der Vergütung, usw.) Jedoch kann eine gerichtliche Aktion für bestimmtes Verhalten zu lange dauern und zu viel kosten, und die Vorenthaltung der Zahlungen der Leihmutter könnte nur wenig Erleichterung bringen, wenn sie wegen Fehlen von diagnostischen Untersuchungen die Schwangerschaft oder die Gesundheit vom Baby gefährdet.

In der Frage der Abstinenz der Leihmutter vom Alkohol, Nikotin, Koffein, usw., können die künftigen Eltern Blutteste verlangen, um gegen diese oder andere verbotene Substanzen in ihrem Kreislauf zu testen, dies muss aber spezifisch in der Absprache bestimmt werden. Dann können sie mit dem Einverständnisformular über die Weitergabe der ärztlichen Daten die Resultate bekommen und dementsprechend reagieren. Außer der persönlicher Überwachung der Leihmutter ist es wahrscheinlich unmöglich, ihre Abstinenz zu erzwingen; jedoch kann ihr Bruch dieser Bestimmungen ihre Vergütung reduzieren oder eliminieren, und dies kann genug Motivation sein, um ihre Zusammenarbeit zu erzwingen.

Wenn die Leihmutter eine lebendige Schwangerschaft beendet oder es verweigert, die Schwangerschaft auf Wunsch der künftigen Eltern zu beenden, gibt es wenig, wenn überhaupt etwas, was die künftigen Eltern tun können in der jetzigen gerichtlichen Lage. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der U.S. in Roe v. Wade, 410 U.S.113 (1973) gibt der Leihmutter das alleinige Recht, ihre Schwangerschaft zu kontrollieren, wie in diesem Fall dargelegt. Wenn sie also die Schwangerschaft aus irgendeinem Grund beendet will, darf sie das. Und wenn die künftigen Eltern ihre Schwangerschaft beenden möchten oder die Anzahl der Fötusse reduzieren, um die restlichen zu beschützen, kann sie dies verweigern. Jedoch können bestimmte Rechtsmittel auch in der Abstimmung enthalten werden, wie (1) Verweigerung der Vergütung oder (2) Modifizierung der Sorgerechte und Pflichten der Parteien gegenüber dem Kind. Solche Hilfsmittel können, wie gesagt, die Leihmutter motivieren, den Vertrag wie abgestimmt einzuhalten.

Wie in allen Diskussionen in diesem komplexen und emotionsgeladenem Bereich ist ein Gramm Prävention ein Pfund von Medizin wert. Es gibt nichts, das Streite oder Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien minimieren oder ihnen vorbeugen kann als sorgfältige Überprüfung und Aussuchen der Parteien, detaillierte Diskussion und Verhandlungen vor der Schwangerschaft über alle Fragen, die entstehen könnten, und das Entwerfen eines detaillierten Vertrages, der genau die Absichten der Parteien beschreibt und angemessene Überwachung und Hilfsmittel im Falle jedes Bruches vorsieht.

(Dieser Artikel ist keine rechtliche Beratung und es soll darauf nicht als auf solche verwiesen werden. Jede Familie und Vertrag ist einzigartig, also sollen Sie einen kompetenten Anwalt einstellen, der Sie genau über Ihren Fall beraten wird.)

Herr Snyder ist ein Anwalt, der sich im Bereich Recht der unterstützten Reproduktion und der Leihmutterschaft spezialisiert. Falls Sie Fragen oder Probleme haben, die Sie möchten, dass er in nächsten Ausgaben bespricht, können Sie ihn erreichen unter:

Steven H. Snyder, Esq.
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